
Warum kristallisiert mein Honig?
Honig kristallisiert - komm drüber hinweg!
"Warum sieht mein Honig so krümelig aus? Oh nein! Was sind das für Flocken die am Boden
des Glases herum schweben? Und dieser Kruste oben am Glas? Ekelhaft! Der Honig muss
schlecht sein, den esse ich nicht mehr".
Und genau hier sagen wir: STOP! Schmeiße den Honig nicht in den Müll. Es ist nichts falsch
mit ihm! Richtig gelagerter Honig kann jahrzehntelang - auch jahrhundertelang - gut bleiben.
Archäologen haben in jahrtausendealten ägyptischen Gräbern Honig gefunden - und dieser
war immer noch gut! Wie kann das sein? Der Zuckergehalt des Honigs und der niedrige pHWert machen es den Organismen, die Lebensmittel verderben, unmöglich im Honig zu
überleben. Außerdem ist natürlich auch ein bisschen Bienenzauber mit drin, aber das ist dann
ein Thema für einen anderen Beitrag ;-)
Zurück zu deinem krümeligen Honig. Keine Sorge, er beginnt gerade zu kristallisieren. Das
ist ein natürlicher Prozess, den fast jeder Honig durchläuft. Halte deinen Imkerschleier fest,
wir sind dabei wissenschaftlich zu werden!

Was ist Kristallisation?
Honig ist eine hochkonzentrierte Zuckerlösung. Die beiden Hauptzuckerarten im Honig sind
Fructose und Glucose. Das Verhältnis dieser beiden Zuckerarten ist einer der Faktoren, die
bestimmen, wie schnell ein Honig kristallisiert. Je höher der Glucosegehalt, desto schneller
setzt die Kristallisation ein. Umgekehrt kristallisieren Honige mit mehr Fructose deutlich
langsamer.
Was sich tatsächlich in Kristalle verwandelt, ist die Glukose in Honig. (Fruktose ist
wasserlöslicher als Glukose, daher bleibt sie viskos, also flüssiger.) Glukose trennt sich durch
ihre geringere Löslichkeit vom Wasser im Honig, bindet sich an ein mikroskopisches
Pollenkorn oder eine Luftblase und liegt dann in Form von Kristallen vor. Da die Kristalle
dichter sind als der verbleibende Honig im Glas, sammeln sie sich am Boden an. Während
immer mehr Glukose kristallisiert, geht der Honig von einer instabilen gesättigten Lösung in
eine stabile gesättigte Form über, wodurch der Honig dick und körnig wird.
Bist du noch bei mir? Toll! Lass uns weiter forschen.
Fast jeder Honig kristallisiert, aber nicht jede Kristallisation sieht gleich aus. Einige Honige
kristallisieren gleichmäßig, während andere nur teilweise kristallisieren, was zu einer festen
Schicht auf dem Boden mit einer flüssigen Schicht auf der Oberseite führt. Die Größe der
Kristalle variiert ebenfalls von Honig zu Honig. Einige bilden feine Kristalle, die einen
schönen, glatten und cremigen Aufstrich ergeben. Andere Honige entwickeln große, gezackte
Kristalle, die zu einer dicken, körnigen Textur führen. Je schneller ein Honig kristallisiert,
desto feiner wird die Textur.
Vielleicht hast du schon mal unseren leckeren Original Cremehonig probiert? Ratet mal -
KRISTALLISIERT. Das ist richtig, wir bringen diese Honige absichtlich dazu, sich in einer
kontrollierten Umgebung schnell zu kristallisieren, damit sie sich zu einem glatten, cremigen
und süßen Honig entwickeln, von dem man einfach nicht genug bekommen kann!
Du willst wissen, warum dieser Honig weiß ist?
Wenn Honig granuliert, verliert er seinen goldgelben oder bernsteinfarbenen Farbton und
bekommt eine helle, fast frostige Farbe. Dies liegt daran, dass die Kristalle im Grunde
dehydrierte Glukoseteilchen sind und die sind von Natur aus reinweiß.